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Vorwort

 

…zum Nachdenken

 

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie.
Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

 

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Ich bin keine Autorin und es ist nicht immer einfach die Gedanken in die Worte zu fassen. Aber es sind einfach zu viele Gedanken und zu viele gute, wie auch schlechte Erfahrungen, die ich sowohl als Kind, auch als Erwachsene gemacht habe, die ich auf diesen Seiten mit Euch teilen möchte.

Wir Menschen, denken oft oberflächlich und behandeln die Menschen nicht mit erforderlichem Respekt. Ein Kind, das versucht etwas zu sagen, wird meistens daran gehindert, weil das eben nur ein Kind ist. Warum sollte man denn einem Kind zuhören, was weiß das Kind denn schon? Ich habe mehr von Kindern, Frauen in Frauenhäusern und ältere Menschen in den Altenheimen gelernt und an Erfahrungen gesammelt, als in der Schule, oder sonst in irgendeiner Bildungsstätte. Wenn die Kinder reden, reden sie vom Herzen und die ältere Generation - sie machen niemandem etwas vor und erzählen keine Lügenmärchen um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie sagen das, was sie erlebt haben und versuchen die Erfahrungen an die jüngere Generation weiterzugeben. Wer hört denn denen zu? Was geht uns denn an, wenn die Bomben auf die Häuser gefallen sind und alles im Schutt und Asche lag. Uns geht es doch gut, wir haben ein Dach über den Kopf, in den Lüften fliegen nur die Flugzeuge, die uns nicht bombardieren, sondern die uns in die schönen Länder fliegen, damit wir Urlaub machen können.

Als ich vor Jahren in einem Altenheim gearbeitet habe, habe ich mit einer älteren Frau  gesprochen. Sie hatte geweint, als sie mir ihre Lebensgeschichte erzählt hatte. Ihren lieben Mann hatte sie vor Jahren verloren und sie erzählte mir, dass sie als Kind zusehen musste, wie all ihre Sachen - wie Möbel, Fotos und all die Erinnerungen und Bücher mitten auf der Straße gesammelt und wie alles vor ihren und den Augen ihrer Eltern verbrannt worden sei. Sie wohnte im Altenheim, in einem einzigen, kleinen Zimmer, wofür sie damals 3.000 DM bezahlt hatte. Sie hatte irgendwo auch Kinder...! Diese liebe, einsame Frau ist mit Sicherheit schon gestorben, aber ich muss immer wieder an sie zurückdenken. Man sah soviel Kummer, Leid und Einsamkeit in ihren Augen, weil sie ihre Kinder so sehr vermisst hatte. Wo waren ihre Kinder? Ich bin mir sicher, dass sie alle gekommen sind, als es um ihr Erbe ging! Eine Mutter ist in der Lage, mehr als zehn Kinder in ihrem Leben zu gebären, aufzuziehen und soviel Liebe zu schenken, dass es für all ihre Kinder reicht. Aber diese zehn Kinder sind nicht in der Lage, für eine einzige Mutter zu sorgen!

1984 war ich für 8 Monate in der Türkei, in Izmir, wo ich auf die Welt kam. Alle Nachbarn kannten mich schon als Baby, weil ich in unserem Haus auf die Welt kam. Unsere Nachbarin hatte noch 8 weitere Geschwister und alle haben ganz nah beieinander gewohnt. Irgendwann habe ich gehört, dass die Mutter unserer Nachbarin umgefallen ist. Sie war von Heute auf Morgen gelähmt und konnte sich nicht mehr bewegen. Dann gab es eine große Runde zwischen den ganzen Geschwistern - was sollte nun mit der Mutter geschehen und wer sollte sich um sie kümmern? Sie musste ernährt werden und ihr Bett konnte sie nie mehr verlassen. Man hatte sich entschieden, dass jeder der Geschwister sich jede Woche abwechselt. Zwei, drei Monate ging es gut und irgendwann war die Mutter für jeden schon zuviel. Alle hatten Alpträume, wenn die Zeit kam, wo sie sie nehmen mussten.  Man hat neben ihr nur über sie gelästert und wenn sie auf die Toilette musste, hatte man sie Stundenlang schreien lassen. Das hat mir im Herzen wehgetan und ich habe mir gewünscht, dass sie bald sterben möge, als weiterhin so leben zu müssen. Diese Frau war immer für ihre Kinder da, sie hat nur für ihre Kinder gelebt, die ganze Nacht Wache gehalten, wenn die Kinder krank waren und von morgens bis abends hat sie nur gekocht, saubergemacht und die dreckigen Wäsche von zehn Personen mit der Hand gewaschen, weil es damals noch keine Waschmaschine gab und verdammt noch mal - von ihren neun Kindern, war keiner in der Lage für sie nur eine Woche da zu sein. Ist das nicht traurig? Leider hat sie viel zu lange gelebt und viel zu lange gelitten!

Wir nehmen alles viel zu locker, aus uns sind lauter Egoisten geworden, die anderen Menschen interessieren uns nicht und solange wir unser Geld verdienen und auf unseren eigenen Beinen stehen, sind uns die anderen vollkommen egal. Wir führen Kriege, lügen, betrügen  und versuchen immer mehr an Macht und Erfolg zu kommen, um wiederum die anderen unter uns mit unserer Macht zu erdrücken. Das ist die Welt, in der wir Leben und wir sollten die Augen nicht vor  der Wahrheit schließen. Die Menschen werden immer unzufriedener mit dem was sie haben und wollen immer mehr und mehr.

Die Kinder von damals waren glücklich, wenn sie aus Ton und Erde eine Puppe gebastelt haben, oder mit Stöcken, oder Steine irgendwelche Spiele sich ausgedacht haben. Man hatte jede menge Freunde gehabt, mit dem sie auf der Straße verstecken, Fußball etc. spielen konnten, aber vor allem waren sie glücklich, weil sie sonst nichts anderes gekannt hatten. Schauen wir uns doch mal die Kinder von Heute an. Sie sitzen Stundenlang vor dem Fernseher bzw. Computer, wollen nur Markenschuhe und Markenklamotten haben und alles was "in" ist, wird auch sehr genau verfolgt und wehe den Eltern, die nicht das teuerste und beste Spielzeug für sie kaufen. Dann möchten sie nicht mehr zur Schule, weil sie ausgelacht werden, oder sonst irgendein anderes Problem haben. Sie sind mit nichts zufrieden, sind aggressiv und bekommen in jungen Jahren Depressionen. Woran liegt das? Sind wir Menschen nicht daran schuld, dass alles so gekommen ist, wie es jetzt ist? Die Medien, das Radio und der Fernseher - was sehen, hören bzw. lesen wir den ganzen Tag? Werbungen bzw. Sendungen, die uns den ganzen Tag nur manipulieren! Die Eltern haben kaum noch Zeit, sind abends kaputt und müde und haben kein offenes Ohr mehr für ihre Kinder. Die Kinder sind auch noch so schlau und nutzen die Situation völlig aus. Wenn z. B. ein Kind zum Papa geht und sagt: "Papa, ich brauche für Morgen zehn Euro", kommt die Antwort prompt zurück! "Okay mein Kind, hier hast Du zehn Euro, aber bitte tu mir den gefallen und störe mich nicht weiter, weil ich noch viel zu tun habe"! Er muss ja an irgendwelchen Projekten, oder Präsentationen arbeiten, die er für das morgige Meeting braucht! Und das geht jeden Tag so weiter, bis wir irgendwann mal aufwachen - von der Polizei, die nachts an unserer Haustüre klingelt! Polizei - der Freund und Helfer, hilft uns meistens unsere Augen zu öffnen, aber leider erst dann, wenn es bereits viel zu spät ist. Drogensüchtige "Kinder", Kinder, die in irgendwelchen Läden Spielzeuge klauen, obwohl ihr Zimmer voll mit Spielzeugen sind, Kinder die entführt, verkauft oder vergewaltigt werden...und...und...und!

Ihr lieben Leut - genießt jede Minute mit Euren Kindern, Familien und Freunden, denn Ihr wisst nie - wie lange Ihr das Glück mit Euren Lieben noch teilen könnt! Nimmt Euch mehr Zeit für Eure Kinder, denn sie sind etwas ganz Besonderes!

Nimmt Euch mal für eine halbe Stunde Zeit, geht mal morgens raus und schaut Euch nur die Gesichter der Kinder an, die auf dem Weg zur Schule sind, die Menschen, die zur Arbeit fahren, die Älteren, die mit ihren Hunden Gassi gehen und Ihr werdet feststellen, dass kein einziger von denen, die Euch über den Weg laufen, freiwillig ein Lächeln zu verschenken hat. Ist traurig, aber leider wahr!

Ich wünsche mir mehr lachende Gesichter und mehr Zeit füreinander, bevor es zu spät - für jeden von uns ist! Wir Menschen, sollten niemals vergessen, dass wir mit "nichts" das Licht der Welt erblickt haben und mit "nichts" wieder die Welt verlassen werden. Zu wissen, dass wir und unsere Familien, Freunde und Bekannte gesund und zufrieden sind, macht uns mit Sicherheit noch glücklicher, als das ganze Geld, Erfolg und Macht dieser Erde! Nimmt Euch also mehr Zeit und denkt mehr an das Menschliche, statt nur an das Materielle!

Ich hoffe, dass ich mit diesen Zeilen Euch ein wenig zum Nachdenken gebracht habe und wünsche, dass das Glück & die Gesundheit Euch ein Leben lang begleiten mögen.

Eure
Selda

Neu-Isenburg, 20.06.2005

 

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Ich wünsche Dir Zeit

Ich wünsche Dir nicht alle möglichen Gaben
Ich wünsche Dir nur, was die Meisten nicht haben:
Ich wünsche Dir Zeit, Dich zu freun und zu lachen,
und wenn Du sie nützt, kannst etwas draus machen!

Ich wünsche Dir Zeit für Dein Tun und Dein Denken,
nicht nur für Dich selbst, sondern auch zum Verschenken,
Ich wünsche Dir Zeit, nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedensein können!

Ich wünsche Dir Zeit, nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge Dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf die Uhr nur zu schaun!

Ich wünsche Dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu Wachsen, das heißt um zu Reifen.
Ich wünsche Dir Zeit, neu zu Hoffen, zu Lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben!

Ich wünsche Dir Zeit, zu Dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche Dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsch Dir: Zeit zu haben zum Leben.

Elli Michler, Ich wünsche dir Zeit,  Don Bosco Verlag, München

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Lebe weil du leben willst, und nicht weil du leben musst.
Nur dann lebst du dein Leben leidenschaftlich!

Andrea Schwarz / Auszug aus dem Buch "Ich suche und finde das Leben in mir"